Ein kleiner Platz für dich

Heute habe ich mir im Garten einen kleinen Ort für unseren Baby-Jungen geschaffen.

Auf diese Idee hat mich meine Mama gebracht, kurz nachdem er gestorben war. In einem meiner Bücher habe ich gelesen, dass viele Eltern von Sternenkindern sich so einen Ort schaffen. Ich finde es erstaunlich, dass ich oft schon genau das tue oder auslebe, was laut dieser Bücher zum Thema Kindstod vorgeschlagen wird und vorher schon vielen Eltern geholfen hat, noch bevor ich es gelesen habe.
Wir Mütter machen oftmals doch instinktiv alles richtig für uns und unsere Kinder.

Wir haben zwar den Friedhof, der uns einen Ort gibt an den wir gehen können, aber dieser bedeutet für mich wohl etwas anderes als für die anderen Eltern deren Babys dort beerdigt wurden.
Ich finde es schön, dass die Klinik uns diese Möglichkeit gegeben hat einen Ort zu haben an den wir gehen können um uns unseren Kindern nahe zu fühlen, aber durch das Buch „Erinnerungen an den Himmel“ hat der Tod für mich eine ganz neue Bedeutung bekommen. Es geht nicht um den Körper der gegangen ist sondern um die Seele und seiner Seele fühle ich mich hier Zuhause sehr viel näher als auf dem Friedhof, den ich vor seiner Beerdigung nicht kannte, weil dieser nicht hier bei uns um die Ecke ist.

Also habe ich mir hier in unserem Garten eine kleine Fläche für ihn gemacht. Mit einem Stein auf den ich seinen Namen sowie das Datum der stillen Geburt geschrieben habe, einem Herz, welches ich von meiner Mama bekommen habe und einer Sternen-Kugel die mir mein Papa für ihn mitgegeben hat.

Nun habe ich einen Ort der nur für unser Baby ist. Für unseren Janis. Und diesen verbinde ich für mich selber mit so viel Liebe und Hoffnung wie ich es auf keinem Friedhof empfinden könnte.

Kein Tag wie jeder andere.

Heute ist Muttertag.
Es ist nicht mein erster, aber in diesem Jahr fühlt er sich irgendwie komisch an…

Wir haben so viel erlebt in den letzten vier Monaten, seit unser Janis gestorben ist und ich ihn still geboren habe.
Vor einem Monat waren wir auf seiner Beerdigung. Ich habe mir diesen Tag so sehr herbeigewünscht und doch hatte ich irgendwie Angst davor an dieser Zeremonie des Abschieds dabei zu sein.
Ich denke, dass es wichtig ist diesen Abschied mit zu machen und dass wir insgesamt sieben Eltern-Paare an diesem Tag waren die gemeinsam Abschied von ihren Kindern genommen haben zeigt mir, dass ich Recht habe. …und auch, dass es leider viel zu viele Menschen gibt die dieses schreckliche Schicksal teilen.
An diesem Muttertag fehlt jemand. Im Herzen habe ich drei Kinder, doch eins wird niemals bei uns sein.

In den letzten drei Wochen ging es mir sehr schlecht. Es überkam mich wie eine Welle, vor der ich mich nicht hätte retten oder schützen können, selbst wenn ich sie kommen gesehen hätte.
Das einzige was hilft ist Reden. Immer wieder Reden. Mit meinem Mann, mit meiner Mama, mit meinen Freundinnen und in dieser Woche sogar mit meinem Arzt.

Seit zwei Tagen geht es mir besser, das merke ich. Denn ich habe wieder Hoffnung. Hoffnung, dass diese kleine, unschuldige Seele die uns viel zu früh verlassen hat und auf die wir uns so sehr gefreut haben, irgendwann wieder zu uns finden kann.

Und so konnte ich heute einfach nicht anders und habe mir heute, zum Muttertag, etwas für meinen Funken Hoffnung gekauft.

Und weil das Wetter so schön war und wir in den letzten Wochen so viel in unserem Garten geschafft haben wurde es doch noch ein sehr schöner Muttertag.

Im April haben wir eine Terassenüberdachung bekommen und unsere Terrasse mit Holz belegt. Außerdem haben wir diese Woche einen Zaun vor dem Gewächshaus aufgestellt um diesen Teil des Gartens vom Spielbereich abzugrenzen. Und am Freitag haben wir vor uns neben der Terrasse Beete angelegt.

Und wenn die Zeit reif ist werden wir Ausschau nach unserem Regenbogen halten. 

Ich wünsche euch einen schönen Abend und einen guten Start in die neue Woche!

Kleine Gartenbastelei: Windspiel

Neulich hatte ich auf Pinterest eine schöne Bastelarbeit gesehen, die mir so gut gefiel, dass ich sie gern nachmachen wollte.

Am Sonntag war wieder 12 von 12 und vielleicht habt ihr ja meine Girlanden aus Schleifenbändern gesehen die ich dort gezeigt habe? :)

Jetzt, wo der Garten noch so trist ist, weil die Blumen noch nicht blühen und das Grün erst kurz vor dem Austreiben ist, wollte ich gern etwas buntes haben, was ihn etwas auffrischt.

Bei der Suche nach weiteren Ideen bin ich dann über selbstgemachte Windspiele und Sonnenfänger aus Perlen gestolpert.
Das gefiel mir so gut, aber ich habe leider keine/nicht genügend Perlen zur Hand, also musste ich mir etwas überlegen.

Weil ich gern die Kinder in diese Bastelei mit einbeziehen wollte kam mir auch ganz schnell eine Lösung für mein Perlen-Problem:

Strohhalme!