Schlagwort: Trauerverarbeitung

Ein kleiner Platz für dich

Heute habe ich mir im Garten einen kleinen Ort für unseren Baby-Jungen geschaffen.

Auf diese Idee hat mich meine Mama gebracht, kurz nachdem er gestorben war. In einem meiner Bücher habe ich gelesen, dass viele Eltern von Sternenkindern sich so einen Ort schaffen. Ich finde es erstaunlich, dass ich oft schon genau das tue oder auslebe, was laut dieser Bücher zum Thema Kindstod vorgeschlagen wird und vorher schon vielen Eltern geholfen hat, noch bevor ich es gelesen habe.
Wir Mütter machen oftmals doch instinktiv alles richtig für uns und unsere Kinder.

Wir haben zwar den Friedhof, der uns einen Ort gibt an den wir gehen können, aber dieser bedeutet für mich wohl etwas anderes als für die anderen Eltern deren Babys dort beerdigt wurden.
Ich finde es schön, dass die Klinik uns diese Möglichkeit gegeben hat einen Ort zu haben an den wir gehen können um uns unseren Kindern nahe zu fühlen, aber durch das Buch „Erinnerungen an den Himmel“ hat der Tod für mich eine ganz neue Bedeutung bekommen. Es geht nicht um den Körper der gegangen ist sondern um die Seele und seiner Seele fühle ich mich hier Zuhause sehr viel näher als auf dem Friedhof, den ich vor seiner Beerdigung nicht kannte, weil dieser nicht hier bei uns um die Ecke ist.

Also habe ich mir hier in unserem Garten eine kleine Fläche für ihn gemacht. Mit einem Stein auf den ich seinen Namen sowie das Datum der stillen Geburt geschrieben habe, einem Herz, welches ich von meiner Mama bekommen habe und einer Sternen-Kugel die mir mein Papa für ihn mitgegeben hat.

Nun habe ich einen Ort der nur für unser Baby ist. Für unseren Janis. Und diesen verbinde ich für mich selber mit so viel Liebe und Hoffnung wie ich es auf keinem Friedhof empfinden könnte.

Meine Begleiter durch die Trauer

Meine Lieben,

ich finde es ist Zeit hier mal wieder etwas zu schreiben.
Aus gegebenem Anlass werde ich heute ein bisschen etwas zur Trauerverarbeitung schreiben.

Fast fünf Wochen sind seit dem Tod unseres Sohnes vergangen, seit seiner Geburt eher, denn gestorben ist er schon vorher, in meinem Bauch.

Genau vor einer Woche war ich an einem schrecklichen Punkt angelangt. Der große Schock lag hinter mir und die Trauer traf mich mit voller Wucht. Das Ausmaß dessen, was uns passiert ist und seine Konsequenzen waren für kich kaum zu ertragen.

Ich weiß, dass ich an seinem Tod keine Schuld habe, dass es etwas ganz natürliches ist und das Babys nun mal manchmal sterben. (Egal ob gesund oder krank und ich habe dies für mich so „hingenommen“, denn ich kann es nicht mehr ändern)
Ich habe gelernt, dass man ein Baby nicht nur während der ersten Wochen der Schwangerschaft verlieren kann, sondern sogar kurz vor oder nach dem errechneten Stichtag, durch unvorhergesehene Tragödien. (auf die ich nicht näher eingehen möchte.)

Und doch hatte ich vor einer Woche das starke Gefühl, dass es meine Schuld war. Alles in mir schrie das und ich habe zwei Tage lang fast nur geweint.

Und dann schlug meine Stimmung plötzlich um und ich wusste: Ich muss mehr wissen! ich möchte etwas lesen!