Meine Begleiter durch die Trauer

Meine Lieben,

ich finde es ist Zeit hier mal wieder etwas zu schreiben.
Aus gegebenem Anlass werde ich heute ein bisschen etwas zur Trauerverarbeitung schreiben.

Fast fünf Wochen sind seit dem Tod unseres Sohnes vergangen, seit seiner Geburt eher, denn gestorben ist er schon vorher, in meinem Bauch.

Genau vor einer Woche war ich an einem schrecklichen Punkt angelangt. Der große Schock lag hinter mir und die Trauer traf mich mit voller Wucht. Das Ausmaß dessen, was uns passiert ist und seine Konsequenzen waren für kich kaum zu ertragen.

Ich weiß, dass ich an seinem Tod keine Schuld habe, dass es etwas ganz natürliches ist und das Babys nun mal manchmal sterben. (Egal ob gesund oder krank und ich habe dies für mich so „hingenommen“, denn ich kann es nicht mehr ändern)
Ich habe gelernt, dass man ein Baby nicht nur während der ersten Wochen der Schwangerschaft verlieren kann, sondern sogar kurz vor oder nach dem errechneten Stichtag, durch unvorhergesehene Tragödien. (auf die ich nicht näher eingehen möchte.)

Und doch hatte ich vor einer Woche das starke Gefühl, dass es meine Schuld war. Alles in mir schrie das und ich habe zwei Tage lang fast nur geweint.

Und dann schlug meine Stimmung plötzlich um und ich wusste: Ich muss mehr wissen! ich möchte etwas lesen!

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Nein, bitte nicht!

Es ist wohl mit Abstand das schlimmste was mir je passiert ist. Das schlimmste was einer Mutter passieren kann

Ich habe mein Kind verloren. 

Diesen einen Satz werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen können: „Es tut mir leid, ich kann leider keine Herzaktionen mehr feststellen.“

Diese Leere die ich seit dem in mir spüre… ich habe Angst sie nie mehr los zu werden. Die Verzweiflung wenn ich nachts durchs Haus renne, weil ich nach irgendetwas von ihm suche ist unbeschreiblich.

Der kleine Junge, den wir uns so sehr gewünscht und auf den wir uns so sehr gefreut haben, er wird niemals bei uns ankommen.
All meine Wünsche, Träume und Pläne für die Zukunft… sie sind zerplatzt wie eine Seifenblase.

Und obwohl da zwei wundervolle Kinder in meinem Leben sind die mich auffangen und mir Halt geben, einfach weil sie da sind, wird nichts mehr sein wie vorher.

Jeder der schon einmal einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt weiß, dass wenn man den Gedanken freien Lauf lässt, sich ganz viel im Kopf abspielt und formt. Den Rest meines Lebens habe ich vor mir gesehen. Mit meinen drei Kindern.

Fünf Monate lang war ich „Mutter von Dreien“, mein aller Größter Wunsch im Leben. Und nun bin ich es doch nicht mehr.

27 Wochen habe ich ihn unter meinem Herzen getragen und dann war es plötzlich vorbei.

In der Klinik habe ich ihn geboren. Natürlich. Etwas das ich bei meinen beiden Kindern nicht konnte, weil es wohl nicht sein sollte. Noch nie in meinem Leben hatte ich solche Angst und doch habe ich es geschafft. Weil ich es musste.

Als er da war habe ich ihn angesehen und mich verabschiedet. Ich habe geweint, so bitterlich, und mich entschuldigt dafür, dass er nicht bei uns sein kann. Es tut mir so leid, mein kleiner Schatz. Es tut mir so weh. Mein kleiner Junge.

Und obwohl so viele Menschen Anteil nehmen und mit uns weinen und traurig sind habe ich doch stets das Gefühl allein zu sein. Manchmal denke ich, ich wäre die einzige gewesen die ihn kannte, die wirklich weiß, dass er da war. Und doch habe ich nicht gemerkt, dass er schon seit drei Wochen nicht mehr bei uns war, dass sein Herz einfach aufhörte zu schlagen.

Wer hat das Recht mir all die Erinnerungen zu nehmen, die ich mit ihm haben könnte? Wieso passieren solche schrecklichen Dinge?

Es gibt so viele Fragen, die ich nicht fragen möchte, die ich nicht fragen kann, weil es einfach keine Antwort darauf gibt.

Und wenn einem so etwas Schlimmes passiert, dann kommen plötzlich so viele Menschen auf einen zu, denen ähnliches passiert ist, die Menschen kennen die ebenfalls ihre Kinder verloren haben.

Auch wenn es im Moment schwierig erscheint, beinahe aussichtslos, so muss ich doch nach vorne sehen. Das Leben geht weiter. Muss es ja. Bald habe ich ein Schulkind und ein Kindergartenkind. Zwei Kinder die alles sind in meinem Leben, auch wenn stets einer Fehlt.

Mein kleiner Sternenjunge, ich liebe dich und vermisse dich, jeden Tag! Du hast es geschafft, ich bin Mama von Dreien!

J. – 10. Januar 2016

Platz ist in der kleinsten Hütte. Oder?!

Schon 26 Wochen & 4 Tage schwanger

Nur noch 95 Tage bis zum errechneten Stichtag!
Könnt ihr das glauben? Ich nicht.

In drei Monaten soll unser kleines Babylein schon bei uns sein.

Heute vor genau fünf Monaten hielt ich den Schwangerschaftstest mit dem positiven Ergebnis in der Hand und konnte erst gar nicht glauben, was ich da sah.

Und nun haben wir am Wochenende schon fast alle Umbau- und Umzugsmaßnahmen hinter uns gebracht, die nötig waren um ein drittes Kinderzimmer zu bekommen.
Gut, ein paar Kleinigkeiten fehlen noch; darunter eine Wand die noch gezogen werden muss (nur *lach*), aber wir haben in den letzten Wochen so schnell alles andere hinter uns gebracht, so dass das ein Klacks werden wird.

Als wir unser Haus vor drei Jahren geplant haben, hielten wir uns die Möglichkeit offen bei Bedarf ein Zimmer ins Obergeschoss zu verlegen. Da wir dort oben, unter dem Dach, die komplette Grundfläche unseres Hauses zur Verfügung haben richteten wir für mich dort meinen Nähbereich ein, welcher nicht einmal die Hälfte der Fläche besetzt.

Schon vor der Schwangerschaft haben mein Mann und ich uns über die Möglichkeit unterhalten unser Schlafzimmer ins Obergeschoss zu verlegen. Dort hätten wir viel mehr Platz und falls wir noch ein Baby bekämen wäre dies einfach die logischste und praktischste Lösung.

Tja, was soll ich euch sagen….
Nachdem wir den Treppenaufgang zum Dachgeschoss mit Seitenwänden gesichert haben, die noch fehlten und eine weitere Wand als Trennung zu meinem Nähbereich errichtet hatten ging alles ganz schnell.
Innterhalb weniger Wochen haben wir die Trockenbau-Wände verspachtelt und gestrichen und sind ganz spontan zwei Abende vor Heiligabend, als die Kinder bei Oma und Opa geschlafen haben und wir Zeit hatten alles fertig zu machen, nach oben gezogen.

Am vergangenen Wochenende, an Silvester und Neujahr, konnte dann unser Mini-Mädchen in ihr neues Zimmer, welches unser Schlafzimmer war, umziehen.
Es ist noch nicht 100%ig fertig, weil dort noch diese eine besagte Wand fehlt und diverse Kleinigkeiten, aber ich bin schon jetzt ganz verliebt in ihr neues Reich, weil sie einfach viel mehr Platz zur Verfügung hat.

Wenn es fertig ist zeige ich es gern hier, aber heute kommt erst einmal die erste Ecke aus dem neuen Babyzimmer ;)

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